Radfahren in Kanada
Radfahren – Bicycling, Cycling oder Biking genannt – ist als sportliche Freizeitaktivität ausgesprochen populär; speziell, seit es Mountain Bikes gibt. Fahrräder lassen sich in jeder größeren Stadt, aber auch in vielen National- und Provinzparks mieten. Etwa Vancouver auf der Seaside Bicycle Route durch den Stanley Park und um die English Bay per Zweirad zu erkunden, kann gar nicht genug empfohlen werden. Kanadische Autofahrer sind auf Leute, die das Fahrrad als Fortbewegungsmittel benutzen, indessen oft nicht eingestellt. Da die meisten Städte keine Radwege besitzen, ist ein wenig mehr Vorsicht als hierzulande daher angebracht.
Die schönste Radroute mit zahlreichen sehenswerten Brücken und Tunneln verläuft über die stillgelegte Trasse der 481 km langen Kettle Valley Railway von Hope nach Midway durch den zentralen Süden von British Columbia. Obwohl mit nur 2,2% Maximalsteigung prinzipiell gut befahrbar ist die Strecke wegen Trassenschäden sowie steiler Umleitungen wegen zerstörter Brücken/Tunnel stellenweise nur Mountainbikern vorbehalten. Mehr Information im Buch Cycling the Kettle Valley Railway, Dan & Sandra Langford, Rocky Mountain Books, 288 Seiten, www.heritagehouse.ca (can$22), zum aktuellen Dollarkurs im Internet bei www.amazon.de.
Gute Mountain-Bike-Reviere mit Seilbahntransport sind der Calgary Olympic Park, Mount Washington bei Courtenay, Red Resort bei Rossland, Silver Star Mountain bei Vernon und der Whistler Mountain.
Wer mehr über Radfahren und Mountain Biking auch in Canada wissen möchte, sollte zum Reise Know-How-Titel »USA/Canada Bikebuch« von Helmut Hermann greifen.

- Angeln in Kanada
Angeln in Kanada
Die liebste Freizeitbeschäftigung eines rechten Kanadiers ist ganz ohne Zweifel das Angeln. Im Sommer sitzen Männer, Frauen und Kinder jeden Alters geduldig an den See- und Flußufern oder werfen unermüdlich Blinker und künstliche Fliegen aus.
Angelgerät kann man zwar problemlos im Flugzeug mitnehmen, aber drüben wartet eine derartige auf die kanadischen Verhältnisse zugeschnittene Auswahl, dass viel dafür spricht, sich erst vor Ort einzudecken. Zumal auch die Preise für Angelgerätschaften relativ günstig sind.
Angelerlaubnis in Kanada
Neben der geeigneten Ausrüstung benötigt jeder Angler unbedingt eine Fishing Licence bzw. ein Fishing Permit der jeweiligen Provinz oder des Nationalparks. Angelscheine sind noch in kleinsten Ortschaften erhältlich – im Lebensmittelladen, an der Tankstelle oder sonstwo. Jedermann kennt die Ausgabestellen. Die Gebühren für Angler, die nicht in Kanada leben, sind deutlich höher als für Provinzbewohner.
Bei längerem Aufenthalt lohnt sich der Kauf eines Mehrtages-/Jahrestickets. Ausländer zahlen z. B. in BC $20/1Tag, $50/8Tage, $80/Jahr für Non-Tidal Angling Licences (Süßwasserreviere) bzw. $8/1Tag, $33/5Tage, $108/Jahr für Tidal Water Fishing Licences (Salzwasserreviere).
Regeln für das Angeln in Kanada
Die Bestimmungen (die jeder Angler zur Kenntnis zu nehmen verpflichtet ist) zur Regulierung der allgemeinen Angelleidenschaft sind von Provinz zu Provinz unterschiedlich. Sie sind sorgsam zu beachten. Streng kontrollierte Beschränkungen beziehen sich auf tägliche Fangmenge, Art der Köder und der zum Fang freigegebenen Fischarten. Eine überall geltende Vorschrift besagt, dass ein Angler nicht mehr als eine Angel gleichzeitig benutzen darf.
Wer ohne gültige Genehmigung erwischt wird, darf sich auf eine saftige Geldstrafe gefasst machen. Üblich ist zudem die Konfiszierung des Angelgeräts, aber auch des Bootes oder Campmobils, wenn darin illegal gefangene Fische gefunden werden. Bei Begrenzungen der Tagesmenge zählen auch Fische, die vom Vortag stammen, aber noch nicht verzehrt wurden! In den Nationalparks benötigt man – unabhängig von der jeweiligen Provinz – eine Sondergenehmigung. Das Fishing Permit (für Banff&Jasper NPs z. B. $10/Tag, $35/Jahr) gibt es in den Besucherzentren.
Zum Schutz der Fischbestände hat man das Catch & Release Fishing eingeführt. Dabei geht es nicht mehr um den Fisch als essbare Beute, sondern ausschließlich um die Aktivität Angeln als solche. Der Angler nimmt dabei den gefangenen Fisch wieder vom Haken und setzt ihn zurück ins Wasser – eine fragwürdige Methode, bei der viele Fische verletzt werden und qualvoll zugrundegehen.
Fish Hatcheries in Kanada
Die starke Befischung vieler Seen und Flüsse würde etliche Arten in ihrer Existenz bedrohen, wenn die Bestände nicht immer wieder künstlich aufgestockt würden. Mit der Aufzucht und dem Aussetzen von Jungfischen sind Fish Hatcheries betraut, allerorten zu findende staatliche Fischzuchtstätten und künstliche Spawning Channels (Laichkanäle, z.B. an Duncan Lake, Galena Bay). Sie können häufig besichtigt werden. Obwohl der Staat über die Fishing Permits erhebliche Einnahmen realisiert, reichen sie kaum zur Aufstockung aller leergefischten Reviere. Dem Wahlvolk über das bereits vorhandene Reglement hinaus aus ökologischen Gründen weitere Zurückhaltung aufzuerlegen, mag offenbar keine Regierung riskieren.

- Goldwaschen in Kanada
Goldwaschen in Kanada
Ein besonderes Abenteuer ist für Kanada-Touristen das Goldwaschen. An zahlreichen Flüssen und Bächen in British Columbia, in Alaska und im Yukon Territory trifft man noch heute auf Relikte der Goldrauschepoche ab 1858: zerwühltes Erdreich, verlassene Minen und verrostendes Gerät. An derartigen Originalschauplätzen wie Barkerville, Dawson City, Fairbanks oder Anchorage kann jedermann Waschpfannen leihen oder kaufen und sein Glück versuchen.
Touristen Claims in Kanada
Wer sich selbst als Goldgräber betätigen möchte, muss sich im Tourist Claim z.B. bei Dawson City entweder nach alter Art stundenlang in einen eiskalten Bach stellen und mit schmerzendem Rücken Pay Dirt (goldhaltigen Sand) durchspülen oder am kommerziell betriebenen Trog für ein paar Dollar etwas bequemer eine im voraus mit dünnsten Goldflocken (Flakes) präparierte Pfanne auswaschen.
Literatur zur Goldwäsche
Vor dem Einstieg in die Praxis sind theoretische Kenntnisse nützlich: In kanadischen Book Shops stößt man auf eine beachtliche Auswahl an Werken über Methoden des Goldschürfens, geeignete Ausrüstung und gesetzliche Vorschriften. Das Buch Methods of Placer Mining, von Garnet Basque, ist preiswert, anschaulich und vor allem für Anfänger gut geeignet (nur in großen Läden vorrätig). In ihm findet man u.a. Adressen von Firmen, die den modernen Prospektor mit allem ausstatten, was er braucht. Den Titel gibt’s zum aktuellen Dollarkurs auch bei amazon.com. Allgemeine Auskünfte über Goldsuche in Canada und Alaska erhalten Interessenten auch bei den Tourist Info Centres.
Waschpfanne aus Kanada
Eine stilecht zerbeulte Goldwaschpfanne ist im übrigen ein originelles Mitbringsel aus dem hohen Norden und ggf. ein schönes Erinnerungsstück an die »eigene Goldgräberzeit« oder die Yukon Gold Panning Championship, die jedes Jahr am 1.Juli in Dawson City stattfindet. Leider sind die meisten der zum Kauf angebotenen Pfannen aus Plastik.
Das Buch zum Artikel:
USA / Canada
788 Seiten, vierfarbig, 84 Karten, über 200 Farbabbildungen. Mit New York City Taschenführer (48 Seiten, 8 Karten) und separater Straßenkarte für die USA und Canada, Fadenheftung, Griffmarken, Register weitere Informationen ->
11. Auflage 2011
23.50 Euro
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